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Wechseljahre und Probiotika: Interview mit Dr. Bohbot, medizinischer Leiter des Institut Fournier

Die Wechseljahre stellen im Leben einer Frau eine wichtige Phase dar. Dr. Bohbot, technischer Leiter des Institut Fournier verdeutlicht die mit den Wechseljahren verbundenen hormonalen Umwälzungen und ihre Auswirkungen auf das vaginale und das Darm-Mikrobiom.

Was sind die Symptome der Wechseljahre und welche Auswirkungen haben sie auf das vaginale Mikrobiom?

Lernen Sie die Antworten von Dr. Bohbot, medizinischer Leiter des Institut Fournier kennen.

Was sind Wechseljahre und welche Symptome bringen sie mit sich?

Wechseljahre und Probiotika - Teil 1
Die Wechseljahre stellen ein Ereignis dar, dass bei allen Frauen programmiert ist.

In der Beendigung der Eierstockfunktion besteht, die Eierstöcke produzieren dann keine Eizellen mehr, die für die Befruchtung notwendig sind und zugleich wird die Produktion der weiblichen Hormone eingestellt oder stark reduziert.
Dies betrifft die Östrogene und Progesteron.
Dieser Hormonabfall wirkt sich stark auf zwei Mikrobiome aus:

  • das vaginale
  • das Darm-Mikrobiom

mit bedeutenden und von Frau zu Frau sehr unterschiedlichen Auswirkungen.
Das heisst, es gibt Frauen, die während der Wechseljahre unter zahlreichen Symptomen leiden und andere, bei denen alles
problemlos und ohne Symptome verläuft, es ist folglich von einer Frau zur anderen wirklich sehr unterschiedlich, genauso wie die Wechseljahre bei manchen Frauen ein paar Wochen oder ein paar Monate dauern können und bei anderen mehrere Jahre.

Welche Auswirkungen haben die Wechseljahre auf das vaginale Mikrobiom?

Bei einer Frau vor den Wechseljahren wird die Vaginalflora, das vaginale Mikrobiom von einem Bakterienstamm beherrscht:
den Laktobazillen, sie machen 95 % des gesamten Mikrobioms aus und diese Laktobazillen haben eine schützende Wirkung
in Bezug auf die Scheide und in Bezug auf Angriffe auf die Scheide. 
Lange wurde geglaubt, dass es bei Frauen in den Wechseljahren keine Laktobazillen mehr gibt, weil keine Östrogene mehr ausgeschüttet werden.
Das ist falsch.
Es wurde festgestellt, dass mehr als 50 % der Frauen nach den Wechseljahren ein Mikrobiom bewahren, dass aus Laktobazillen besteht.
Und diese Laktobazillen haben eine schützende Wirkung. 
Das ist jedoch von einer Frau zur anderen sehr unterschiedlich, und es konnte nachgewiesen werden, dass Frauen, die weiterhin ein Mikrobiom haben, dass von Laktobazillen beherrscht wird, viel weniger negative Symptome

  • wie Scheidentrockenheit
  • wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • und wie Schleimhautrückgang zu beklagen haben,

die äusseren Schleimhäute wie die Schamlippen, die oft sehr trocken werden, inbegriffen.
Frauen, die diese Laktobazillen behalten haben, empfinden viel weniger Unannehmlichkeiten der Wechseljahre im Vaginalbereich. 
Daher kam die Idee, dass es bei diesen Frauen, die sich den Wechseljahren nähern, günstig sein könnte, diese positive Wirkung der Laktobazillen mit Probiotika aufrechtzuerhalten, indem kurz vor Beginn der Wechseljahre mit einer Behandlung begonnen wird, die mehrere Monate oder mehrere Jahre nach dem Ende der Menopause aufrecht erhalten wird.

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Welche Auswirkungen haben die Wechseljahre auf das Darm-Mikrobiom und wie werden die Probiotika am besten ausgewählt?

Dr. Bohbot, technischer Leiter des Institut Fournier antwortet auf diese Fragen.

Welche Auswirkungen haben die Wechseljahre auf das vaginale Mikrobiom?

Wechseljahre und Probiotika - Teil 2

Es ist bekannt, dass der Östrogenmangel nach den Wechseljahren Veränderungen in Bezug auf das Darm-Mikrobiom verursacht und insbesondere eine Erhöhung der sogenannten Permeabilität der Darmwand mit immunbiologischen Veränderungen, die entweder zu einer Erhöhung der Gefahr von Stoffwechselstörungen, insbesondere von Schlaganfällen führen kann, aber vor allem zu einem erhöhten Osteoporoserisiko.
 

Und auch diesbezüglich weiss man, dass die Zufuhr entweder:

  • von Probiotika
  • oder von Präbiotika

schon vor Beginn der Wechseljahre das Auftreten dieser Osteoporose, die bei allen Frauen in den Wechseljahren, die keine Zufuhr erhalten, fast unvermeidlich ist, verhindern oder auf jeden Fall verzögern könnte.

Wie wird das „richtige“ Probiotikum ausgewählt?

Es gibt grosso modo zwei Art und Weisen, die Probiotika einzunehmen, entweder:

  • durch orale
  • oder durch vaginale Verabreichung.

In Bezug auf Unausgewogenheiten des vaginalen Mikrobioms besteht eher die Tendenz, vaginale Probiotika zu verabreichen,
aber auch oral verabreichte Probiotika können eine positive Wirkung haben.
Die Bedeutung oral verabreichter Probiotika liegt darin, dass sie ebenfalls auf den Darm einwirken, denn es wurde festgestellt, dass dort Mängel bestehen können, insbesondere in Bezug auf Osteoporose, die oft an eine Unausgewogenheit des Darm-Mikrobioms gebunden ist und es ist sehr interessant, eine Zufuhr durch orale Verabreichung anzustreben,
um gleichzeitig auf das Darm-Mikrobiom und das vaginale Mikrobiom einzuwirken.
Es muss jedoch betont werden, dass der Markt leider immer mehr mit Probiotika überschüttet wird, die nicht alle gleichwertig sind und dass es extrem wichtig ist, das richtige Probiotika auszuwählen.
Hierzu muss ein Gesundheitsfachmann um Rat gefragt werden, ein Apotheker oder ein Arzt, denn es gibt sehr viele Probiotika, die leider keine der erforderlichen Eigenschaften besitzen, um die Probleme der Wechseljahre auszugleichen.
Es muss also das richtige Probiotika, und die Art der Einnahme ausgewählt werden und vor allem, zu welchem Zeitpunkt damit begonnen wird.
Ich rate eher dazu, schon vor den Wechseljahren Probiotika einzunehmen, bevor die ersten Anzeichen auftreten,
denn so sind sie am wirksamsten.
Also, wenn die Frau das Alter von 45 Jahren erreicht, denn wir wissen, dass die Menopause zwischen 45 und 55 Jahren auftritt, kann sie ihren Gynäkologen befragen oder ihren behandelnden Arzt oder einen Apotheker, um zu wissen, ob es Zeit wird, Probiotika einzunehmen oder nicht.
Die Einnahme von Probiotika stellt keinerlei Gefahr dar.
Man kann sich also eine Zufuhr vorstellen, die mehrere Monate oder mehrere Jahre dauert, was kein Problem darstellt.
Alle Verträglichkeitsstudien haben gezeigt, dass es sich um gut verträgliche Produkte handelt und je früher man damit beginnt, umso grösser sind die Chancen, das Auftreten der Symptome begrenzen zu können oder während der Wechseljahre gar keine Symptome zu spüren.
Die Frage sollte also auf jedem Fall dem Arzt oder Apotheker gestellt werden.

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